Noch zwei Märchen aus Lettgallen

Hier sind noch zwei kurze Märchen aus der Sammlung:

Feimaņu draudzes pasakas. Tautas dziesmas un pasakas Rēzeknes novada Feimaņu un Silajāņu pagastā. Pierakstījis Antons Kokalis. Sastādītājs Ojārs Spārītis. Rīga: Nacionālais apgāds, 2009.

Das Märchen vom alten Geld (Pōsoka par vacu naudu)

Es waren einmal zwei Nachbarn. Der eine war reich und der andere war arm. Einmal kam der Reiche zum Armen und sagte: „Vielleicht sollte man mal Geld suchen gehen. Meine Söhne gehen gleich, du kannst mit ihnen gehen, vielleicht findet ihr ja was.“ Doch der arme Nachbar antwortete: „Ich brauche kein Teufelsgeld, und wenn Gott mir welches geben will, dann wird er es mir zum Fenster hereinwerfen.“ Die Söhne des Reichen gingen los. Auf dem Weg fanden sie einen krepierten Hund. Sie beschlossen, den Hund mitzunehmen und ihn dem armen Nachbarn durchs Fenster zu werfen. Gesagt, getan. Sie nahmen den Hund mit und warfen ihn durchs Fenster. Da klingelte und klang es, und der Hund verwandelte sich in Geld. Seitdem ist der arme Nachbar reich.

Das Märchen von der langen Bohne (Pōsoka par garū pupu)

Es waren einmal ein Opa und eine Oma, die hatten ein weißes Huhn. Eines Tages scharrte das Huhn unter dem Ofen und scharrte eine Bohne hervor. Am nächsten Tag fing die Bohne an zu keimen, am dritten Tag wuchs sie so stark, dass sie den Ofen sprengte, und sie wuchs weiter. Am vierten Tag war sie bis zur Zimmerdecke gewachsen, sie sprengte die Decke und wuchs weiter. Am fünften Tag wuchs sie bis zum Dach, zersprengte das Dach und wuchs in den Himmel. Als das Böhnle schon bis zum Himmel gewachsen war, dachten sich Opa und Oma, dass sie darauf in den Himmel steigen könnten. Opa voran, Oma hinterher, auf in den Himmel zum lieben Gott. Doch da rutscht dem Opa plötzlich die Pfeife aus dem Mund. Er schreit Oma zu: „Oma, pass auf, dass dich die Pfeife nicht erschlägt!“, aber Oma kann nicht mehr ausweichen und die Pfeife fällt auf sie drauf und erschlägt sie. Opa ist dann allein weiter in den Himmel hinauf gestiegen, und dort lebt er noch heute.

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