Stroika – Maloche mit Blick auf London

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Vilis Lācītis: Stroika ar skatu uz Londonu
Rīga: Mansards, 2010

Fragment des Romans, aus dem Lettischen von Andreas Jäkel

 

In London
2. Kapitel
HAGER, aber elegant, in grauem Jackett mit einer schwarzen Fliege ging Vasilij Livanov die Karteikarten in seinem Kästchen durch, auf denen die Namen von Verbrechern geschrieben standen, und beugte sich zu Vitalij Solomin herüber.
„Metjuz. Nu eto tot samyj, kotoryj vybil mnje ljevyj klyk na Tscheringkrosskom vokzalje.“
Livanov nahm ein paar Karten aus dem Kästchen heraus und setzte sich in einen Polstersessel an einem mit Schnitzereien verzierten Tisch.
„Da, Vatson, vsje eto tjeni proschlovo, kotoryje mogut ozhytj toljko s pomoschtschju vaschevo pjera.“
Und er lächelte engelsgleich, während er weiter in seinen Karten stöberte.

Verflucht, jetzt stand ich hier, genau hier, am Bahnhof von Charing Cross, und starrte auf den Londoner Metroplan. Sherlock Holmes kannte all die Stationen garantiert auswendig. Er konnte die Londoner Stadtbezirke an ihrem Matsch unterscheiden, er wusste, wo mit Kokain gedealt wurde und wo sich der durchtriebene Colonel Moran versteckte. Der einzige, den Conan Doyle Holmes nicht suchen und schnappen ließ, war Jack the Ripper, der in dem ärmlichen Prostituiertenviertel mit dem unschuldigen Namen Whitechapel sein Unwesen trieb. Vielleicht hatte Conan Doyle zu großen Respekt vor dem Königshaus, man munkelt schließlich, dass der Wahnsinnige von dort gestammt habe.
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