Janis Rokpelnis: Stadtgedicht

Jānis Rokpelnis
(*1945)

***
Stille falte ich die Hände,
Die ziegelsteinern mauerigen,
Boulevards mit Schnörkelenden
Sich wie Schlangen darum schmiegen,

Kleine Bissen meines Fleisches
Bricht sich Blütenläufer Biene,
Langsam dünn ich aus und gleiche
Einem steinbeladnen Winde,

Steinbeladen, mauerschwer
Kann ich so ein bisschen fliegen –
Mit Gepolter kreuz und quer,
Wie’s gegeben ist den Ziegeln,

Solang der große Domhahn mich
Mit seinem Schnabel nicht erwischt.

(Deutsche Übertragung von Nicole Nau)

Dieses Gedicht ließ sich trotz Reim fast wörtlich übersetzen. Zum Beweis unten das lettische Original.

***
Rāmi salieku es rokas –
Mūrainas un ķieģeļainas,
Bulvāri tam apkārt lokās
Tā kā čūskas ķeburainas,

Nolauž kumosu no miesas
Kāda bite ziedskrējēja,
Tā es lēnām kļūstu liesāks,
Līdzīgs akmeņainam vējam.

Tā es – akmeņais un mūrains –
Varu drusku palidot –
Klibu klabu, stūru stūriem,
Tāds kā ķieģeļnīcas dots,

Kamēr mani nenogrābis
Doma gaiļa lielais knābis.

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